4 Fragen an… heute mit Stephan Wienand – Trainer und Schiedsrichter

  • Alter: 59 Jahre
  • Wohnt in: Zwingenberg
  • Im Verein seit: 1993 (glaube ich)
  • Aufgaben im Verein: Trainer weibliche B-Jugend, Schiedsrichter, stellvertretender Abteilungsleiter

Wie kamst Du zum TuS Zwingenberg?

Zuerst nur passiv durch das Kinderturnen meiner beiden Töchter. Lena hat dann in der E-Jugend angefangen Handball zu spielen. Das hat mich als alten Handballer nach einer knapp 20-jährigen berufsbedingten totalen Handballpause wieder näher zum Handball gebracht. Nach ein paar Jahren als Dauer-Fan der Mannschaften von Lena hat mich Antje dann gefragt, ob ich nicht die weibliche D-Jugend als Trainer übernehmen könnte, was ich nach kurzer Bedenkzeit auch gemacht habe. Das hat mir so viel Spaß gemacht, so dass ich dabei geblieben bin. Ich habe dann aber auch gesehen dass es in einem Verein noch ein bisschen mehr braucht als „nur“ den Sport selbst. Deshalb habe ich dann auch noch mehr Aufgaben übernommen.

Hast Du selbst mal Handball gespielt? Wenn ja, wann und wo?

Ja , ich war Kreisläufer bei der TSG Kleinostheim, die inzwischen als HSG Kahl/Kleinostheim spielt. Damals waren die Klassen noch anders eingeteilt, wir haben in einer Liga gespielt die leistungsmäßig  heute wohl irgendwo zwischen Bezirksoberliga und Landesliga abgesiedelt wäre. Ich habe in der D-Jugend bei der TSG angefangen und habe noch ca. 10 Jahre in der 1. Mannschaft gespielt, bis ich dann berufsbedingt dort weggezogen bin.

Mit welchen Argumenten würdest Du jemanden davon überzeugen, sich als Schiedsrichter ausbilden zu lassen oder eine Mannschaft zu trainieren?

Um mit dem Trainieren anzufangen: Es macht einfach unheimlich viel Spaß. Ja, es ist auch Aufwand, man muss sich vieles erarbeiten, aber das gilt eigentlich sowieso für alles was wirklich Spaß macht und nicht bloß Zeitvertreib ist. Es gibt auch immer mal wieder Ärger oder Rückschläge, aber das sind eigentlich alles Kleinigkeiten im Vergleich zu dem Gewinn an Freude die man durch die Arbeit mit den Kindern und jungen Menschen hat. Man kann sich selbst weiter entwickeln, und man kann jungen Menschen bei ihrer Entwicklung unterstützen, und das in einer Disziplin, die in unserem Ausbildungssystem viel zu kurz kommt, aber sehr wichtig ist. Nein, ich meine nicht Handball – da kann und muss man es natürlich auch – sondern ich meine die Fähigkeit, Verantwortung in einer Gruppe zu übernehmen, Leistung nach seinen Fähigkeiten einzubringen und die Rolle eines jeden in der Gruppe zu respektieren, also Teamfähigkeit. Handball ist dazu meiner Meinung nach hervorragend geeignet, und dabei spielt es keine Rolle in welcher Liga man spielt (oder vielleicht doch, weiter oben wird es immer schwieriger das umzusetzen). Aber natürlich ist es auch einfach toll sich tiefer mit dieser mitreißenden Sportart zu beschäftigen und sie nicht nur zu spielen sondern sie auch anderen vermitteln zu können.

Zum Schiedsrichter: Da muss man denke ich ein bisschen unterscheiden zwischen jüngeren und älteren. Vielen fallen bei dieser Frage eigentlich erst mal nur Gründe ein, warum sie es nicht machen sollten: Man geht in die Halle und versucht sein bestes zu geben, aber keiner ist zufrieden, wahlweise wird man entweder von der einen oder anderen Seite angegriffen, die Zuschauer pöbeln herum – das soll Spaß machen? Aber das kann man über viele Dinge sagen, z.B. Marathonlauf: 42 km stupide vor sich hin rennen, man bekommt nichts von der Landschaft mit, saumäßig anstrengend – das soll Spaß machen?  In beiden Fällen gilt: Komischerweise macht es Spaß! Zugegebenermaßen braucht man ein bisschen um sich daran zu gewöhnen, aber man wird ja langsam hin geführt. Wenn man es aber mal einigermaßen beherrscht ist das gerade für jüngere Menschen eine hervorragende Persönlichkeitsschulung. Man lernt sich auf eine geordnete und geregelte Weise in Situationen zu behaupten, in denen es viel Gegenwind gibt, und in denen man eine gewisse Verantwortung für beide Seiten hat. Wenn man merkt dass man das hinbekommt macht das wirklich Spaß! Dabei sind die Auswirkungen aufs „richtige Leben“ begrenzt, und nebenbei bekommt man sogar noch ein ganz ordentliches Taschengeld dafür. Für ältere gilt das zwar auch, aber da ist das wichtigere Argument wahrscheinlich dass es einfach eine Möglichkeit ist aktiv im Spiel dabei zu bleiben oder – wie in meinem Fall, ich habe erst spät mit dem Schiedsrichtern angefangen – wieder dabei zu sein, und dabei sogar noch dem Sport, der einem viel gegeben hat, wieder etwas zurückzugeben.

Was machst Du am liebsten, wenn Du nicht in der Halle bist?

Meine Frau würde wahrscheinlich sagen: Gar nichts, denn du bist ja immer in der Halle. Aber so ganz stimmt das nicht. Ich gehe gern wandern oder Fahrrad fahren, koche und grille ganz gerne, diskutiere gerne über Gott und die Welt und fahre gern in unwirtlichen und menschenleeren Gegenden dieser Welt herum.

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